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Site franco-allemand relatif au jumelage des communes françaises de Entrammes, Forcé et Parné sur Roc avec la commune allemande de Rosendahl, depuis le 4 octobre 1970/Deutsch-französische Internetseite der Partnerschaft zwischen der deutschen Gemeinde Rosendahl und den französischen Gemeinden Entrammes, Forcé und Parné sur Roc

Workshop 1: Zeitzeugnis einiger Migranten
On-line gesetzt am 11. Juni 2017
von Monika
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Das Thema des ersten Workshops lautete: Zeugnis einiger Migranten: warum sie sich entschieden haben, ihr Land zu verlassen.

Hierzu hatte das französische Partnerschaftskomitee vier Gastsprecher mit ausländischen Wurzeln eingeladen. Sie alle erzählten uns ihre persönliche Migrations-Geschichte.

Gelmina Tankevičiūtė
Sie stammt aus Litauen, kam 2010 nach Frankreich und arbeitet heute beim Milchkonzern Lactalis in Laval, wo sie die internationalen Transporte koordiniert. Da Litauen zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum gehört, kann sie sich innerhalb der Mitgliedsländer um einen Job bewerben und beruflich frei bewegen. Sie wohnt mit ihrer Tochter in Entrammes.

Ajmal
Er stammt aus Afghanistan und arbeitete dort von 2001 -2015 als Dolmetscher bei der französischen Armee. Als diese das Land verließ, folgte Ajmal der Armee mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Frankreich. Er fühlte sich in Afghanistan nicht mehr sicher, da die Taliban und Al Kaida auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt hatten. Seine Überfahrt war durch die Armee gut organisiert und daher kein Problem, ganz im Gegensatz zu den vielen anderen Landsleuten, die auf den verschiedensten Fluchtrouten unterwegs waren. Die französische Armee holte 175 afghanische Mitarbeiter und ihre Familien nach Frankreich. Sie bekamen eine Aufenthaltsgenehmigung für 10 Jahre und nach ihrer Registrierung eine Unterstützung von 340 € pro Monat. Er hält regelmäßig Kontakt zu weiteren Familienmitgliedern in Afghanistan, Schweden und den USA. Er wohnt mit seiner Familie nun 60 km von Entrammes entfernt und engagiert sich dort in verschiedenen Initiativen für Flüchtlinge. Er fühlt sich wohl und ist glücklich, dass seine Kinder zur Schule gehen können. Momentan arbeitet er in verschiedenen Jobs, um seine Familie zu ernähren. Sein Ziel für die Zukunft: Er möchte zunächst seinen Führerschein machen und gerne eine Ausbildung beginnen. Seine Frau, die in Afghanistan als Lehrerin arbeitete, würde gerne wieder ihrem Beruf nachgehen. Sein größter Wunsch: In die Heimat zurückzukehren, wenn es irgendwann wieder möglich ist.

Claude Zerez
Er stammt aus Syrien, ist Araber und Christ. Er arbeitete dort als Professor an der Universität von Aleppo. Seine Tochter wurde entführt, missbraucht und getötet, sein Haus wurde besetzt. Dann floh er aus Syrien nach Europa. Wir sahen einen kleinen Einführungsfilm, der bereits im französischen Fernsehen lief.

In diesem Beitrag ging es um die Zerstörung der Städte, insbesondere Aleppo, im Vergleich der Jahre 2011 und 2016. Er schilderte auch drastisch die Zustände in den Familien, wo Frauen missbraucht und verkauft und Kinder zum Terror aufgerufen werden.
Seit einigen Jahren ist er in ganz Europa unterwegs und hält Vorträge. Er versucht mit diesen Vorträgen auf das Leid in Syrien aufmerksam zu machen und unterstützt Partnerschaften zwischen Aleppo und französischen Städten. Auch betreut er viele syrische Familien außerhalb ihres Heimatlandes. Ein Zitat von ihm: „ In Europa lernt ein Kind ein Instrument zu spielen, in Aleppo lernt es schießen.“

Antoine
Er stammt aus Rumänien und kam 1993 als 16-jähriger zu Fuß nach Europa. Er verließ Rumänien aus gesundheitlichen Gründen. Er hatte eine schwere Nierenerkrankung und konnte landesweit als einer von zwei an einem Behandlungsprogramm in Ungarn teilnehmen. Nach seiner Genesung beschloss er, weiter nach Frankreich zu ziehen, um bessere Lebensbedingungen für sich zu erzielen.
Er schloss sich einer Gruppe von Zigeunern an und erreichte so im Schutz dieser Gemeinschaft die Hauptstadt Paris. Dort trennte er sich von ihnen, da er eine andere Lebensweise bevorzugte. Er wohnt jetzt in Forcé und arbeitet als Taxifahrer.

FAZIT:
Es ergab sich ein lebhafter Meinungsaustausch, und es wurden Fragen an die jeweiligen Personen gestellt, die Romain Chartier spontan für uns übersetzte. Dafür vielen Dank an Romain und auch an das französische Team für die Vorbereitung des Workshop 1.

Autorin: Elisabeth Müller

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